Gebärmutter,
Das Meerschweinchen - Weibchen hat eine doppelt angelegte
Gebärmutter, d.h. es besitzt 2 Gebärmutterhörner, die durch eine Scheidewand
voneinander getrennt sind und beide über den Gebärmutterhals in die Scheide
münden. Das Meerschweinchen hat eine Placenta haemoendothelialis. Bei
diesem Plazentatyp der MS taucht das fetale Gefäßendothel direkt in das mütterliche
Blut ein, während z.B. Pferde und Wiederkäuer einen 6 schichtigen Placentaaufbau
haben. Die Placenta haemoendothelialis hat den Vorteil, das sie im Gegensatz
zu vielschichtigeren Plazentatypen viel durchlässiger für Antikörper ist und
somit das Kolostrum für die MS-Babys nicht so lebensnotwendig ist wie für Fohlen
oder Kälber, weil ihnen bereits vor Geburt weitgehenst Antikörper mitgegeben
werden. Ein Nachteil gegenüber dem Plazentatyp der Wiederkäuer ist allerdings
die höhere Infektionsanfälligkeit der MS-Mütter nach einer Geburt. Während bei
der Kuh nach Plazentaablösung die Gebärmutterschleimhaut unversehrt bleibt,
wird die MS-Placenta nur unter Blutung und Abstoßung mütterlicher Gebärmutterschleimhaut
abgelöst, eine offene Wunde entsteht, durch die Krankheitserreger viel eher
eindringen können.
Gebärmutterentzündung, Text in Arbeit
Gebärmutterverdrehung,
Gebärmutterverdrehungen sollen gar nicht mal so selten vorkommen bei tragenden
Weibchen. Dies erwähnte mal eine Tierärztin, die im Laufe ihres Studiums viele
verendete tragende Weibchen zu obduzieren hatte. Kommt es zu Verdrehungen, werden
betroffene Gewebsabschnitte nicht mehr durchblutet und können, je nach Grad
der Verdrehung u.U. absterben. Es besteht Lebensgefahr.
Gebärmuttervorfall,
Durch Erschlaffung des Halteapperates der Gebärmutter, verbunden mit sehr starkem
Pressen bei Geburt, kann es gelegentlich zum Gebärmuttervorfall kommen, d.h.
die Gebärmutter stülpt sich nach außen und hängt aus der Scheide heraus. Es
besteht hochgradige Infektionsgefahr! Das Tier muß sofort auf eine saubere Unterlage
gesetzt werden und sofort zum Tierarzt ! Die Gebärmutter wird mit NaCl 0,9 %
sauber gespült und zurückverlegt, manchmal wird der Scheideneingang mit einem
Stich zugenäht, um einen erneuten Vorfall zu verhindern. Manchmal wird stattdessen
auch eine sofortige operative Entfernung der Gebärmutter vorgenommen. Das Tier
erhält in jedem Fall ein Antibiotikum als Infektionsschutz.
Geburt,
Das Weibchen sucht sich manchmal schon Tage vor Geburt eine ihm geeignet erscheinende
Ecke im Käfig aus, in der es werfen möchte. Kurz vor Geburt sollte man spätestens
den Bock separieren, da Säue unmittelbar nach Geburt brünstig werden und somit
sofort nachgedeckt werden könnten. MS bauen keine Nester, sie sind Nestflüchter,
d.h. die Jungen kommen völlig entwickelt, mit offenen Augen, vollständigem Haarkleid
und bereits bleibendem Gebiß zur Welt. Ihre Milchzähne wechseln sie noch vor
Geburt im Mutterleib. Die Babys werden in Kopflage geboren, sobald die Schnauze
ersichtlich ist, wird sie vom Muttertier durch Aufbeißen der Eihülle befreit,
damit das Baby sofort atmen kann. Erst wenn das Baby geboren ist und die Mutter
die Nabelschnur durchtrennt hat, beginnt sie die Eihaut und die Mutterkuchen
jedes Babys aufzufressen. Es werden allerdings nicht immer komplett alle Plazenten
aufgefressen. Durch die im Mutterkuchen befindlichen Hormone wird die Milchbildung
angeregt. Die Geburt ist abgeschlossen, wenn sich das Muttertier beginnt zu
putzen. Gleich anschließend bekommt die Mama tierischen Hunger und muß erstmal
eine kräftige Mahlzeit zu sich nehmen, wie Körner und vor allem saftiges Grünzeug,
erst danach widmet sie sich wieder ihren Babys. Kräftige Babys machen manchmal
sofort nach Geburt ihre Erkundungsgänge und beginnen am Heu zu knabbern, während
kleinere Babys sich noch einige Tage länger in der Wurfecke aufhalten bei der
Mutter, bis sie Alleingänge wagen. Instinktmäßig machen sich Babys bald nach
der Geburt auf die Suche nach den Zitzen um zu saugen. Auch das Saugen fördert
nochmals den Milchfluß, wobei es u.U. bis zu 12 Std. dauern kann, bis die Milch
endlich eingeschossen ist. Andere Käfiggenossen, die zusammen mit werdenden
Müttern im Käfig leben, egal ob Böcke oder Säue, gehen immer in gewisse Distanz,
wenn 1 Sau wirft, sie legen sich möglichst weit ab der Wurfecke entfernt und
warten dort geduldig ab, bis die Geburt vorbei ist, erst dann kommen sie hervor,
um die neuen Erdenbürger neugierig zu begrüßen. Es kommt allerdings auch schon
mal vor, daß manche MS den Müttern beim Trockenlecken ihrer frisch geborenen
Babys helfen. Sind mehrere befreundete Mütter in einem Käfig, so teilen sie
sich die Brutpflege, d.h. jedes Baby darf wahllos bei allen Müttern trinken.
Geburtsanzeichen,
Die Mütter zeigen außer einer leichten Nervösität, leichtem Anschwellen der
Brustdrüse, manchmal scharren einer kleinen Mulde keine besonderen Anzeichen,
wann die Geburt losgeht. Ein geschulter Züchter kann jedoch durch Ertasten der
Schambeinfuge abschätzen, wann er in etwa mit der Geburt rechnen kann. Die Schambeinfuge
ist eine bindegewebige Verbindung zwischen dem rechten und linken Schambeinknochen,
die dem Geschlechtsteil vorgelagert sitzt. Diese Fuge ist normalerweise geschlossen
und beginnt sich ab dem 5.Tag vor Geburt zu öffnen. Sobald die Fuge so weit
geöffnet ist, daß zwischen diesen entstehenden Spalt locker ein Zeigefinger
dazwischenpasst, steht die Geburt kurz bevor. Man muß jedoch mit Zeitschwankungen
von 12 Std. bis zu 3 Tagen rechnen, jede Geburt ist individuell etwas verschieden
in dieser Hinsicht.
Geburtsgewicht,
Das Geburtsgewicht der MS- Babys liegt etwa zwischen 60 - 130g. Selten mehr
oder weniger. Die Überlebenschancen von Neugeborenen, die leichter als 60g sind,
sind als kritisch zu betrachten bzw. nicht alle unter ihnen überleben. Extrem
große + schwere Babys laufen indessen eher mal Gefahr wegen erschwerter Geburt
und längerer Geburtsdauer zu ersticken. In den ersten 4 Lebenstagen können die
Neugeboren bis ca. 6g verlieren, bevor sie beginnen täglich zuzunehmen.
Geburtshilfe,
Sollte man beobachten, daß 1 Weibchen während der Geburt eines seiner Jungen
nicht sofort aus der Eihaut befreit, kann man unterstützend eingreifen,
indem man die Eihülle im Bereich der Schauze aufreißt, damit das Baby atmen
kann. Normalerweise macht das die Mutter selbst, sobald die Schnauze des Babys
aus dem Geburtskanal heraus schaut. Manche Mütter reagieren jedoch manchmal
etwas überfordert oder lassen sich durch ihre bereits geborenen Babys ablenken.
Zeigt ein Baby kaum Lebenszeichen nach der Geburt bzw. ist recht schlaff
und regungslos, kann es helfen, wenn man es mit einem Tuch trocken rubbelt (zur
Kreislaufanregung) und für eine Weile warm hält.
Kommt es zu einer Geburtsstockung, bei der Schnauze oder Kopf des Babys
bereits sichtbar sind aber die weitere Austreibung trotz Wehenfunktion + Pressen
der Mutter stagniert, kann man helfend eingreifen, indem man das Baby bei jeder
Wehe ein Stückchen herauszieht (dazu den Fingernagel unter den oberen Schneidezähnen
des Babys einhaken). Der Zug muß äußerst vorsichtig geschehen, unter Abwartung
jeder neuen Wehe, um einen Gebärmuttervorfall zu vermeiden! Im Zweifelsfall
keine Zeit vergeuden und sofort zum Tierarzt fahren.
Geburtsprobleme,
Risikofaktoren für tragende Mütter und deren ungeborene Babys:
o Bakterielle oder virale Infektionen
o Pilzinfektionen
o Ernährungsdefizite (u.a.Fettleibigkeit, Unterernährung, Kalziumdefizit)
o Futterumstellung während der Trächtigkeit
o Streß (z.B. durch Umgebungswechsel oder Gruppenumsetzungen)
o Wurfgröße
o Alter der Mutter (z.B.Gebärmutterstockung)
o Größe + Anzahl der Babys o Giftstoffe (Insektizide, Medikamente, verschimmeltes
oder ranziges Futter)
o Fieber
Geburtsstockung,
siehe auch Geburtshilfe
Die Geburt gerät ins Stocken, Babys bleiben im Geburtskanal stecken oder kommen
gar nicht heraus. Geburtsstockungen können vorkommen bei zu jungen oder zu alten
erstgebärenden Weibchen. Andere Ursachen sind extrem große Babys, zu eng gebautes
Becken, Wehenschwäche (auch bei Kalziummangel), falsche Lage eines Babys (Steißlage
oder Querlagen im Bauch) oder deformierte bzw. mißgebildete Babys. Geburtsstockungen
kommen bei übergewichtigen Säuen häufiger vor als bei normalgewichtigen. Vorzeitiger
Blasensprung und damit Verlust allen Fruchtwassers oder abgestorbene, harte
Früchte im Bauch können ebenso Probleme bei der Austreibung der Früchte verursachen.
Gaben von Wehenmitteln + Kalzium können versucht werden, wobei vorher allerdings
abgeklärt sein muß, das weder Beckenanomalien, noch eine falsche Lage (eines
oder mehrerer Babys, Einkeilung) etc. vorliegt. Also besser röntgen lassen,
bevor Wehenmittel eingesetzt werden.
Geschlechtsreife,
Weibchen werden im Alter von ca. 4 Wochen geschlechtsreif. Böcke werden im Alter
von 6 - 8 Wochen geschlechtsreif. Bei beiden Geschlechtern gibt es in Ausnahmefällen
auch mal ausgesprochene Frühentwickler, d.h. daß die Geschlechtsreife bei ihnen
bereits im frühen Alter von 3 Wo. einsetzt.
Geschlechtsunterscheidung,
Text in Arbeit
Geschwisterverpaarung,
Geschwisterverpaarungen kann man ohne weiteres vornehmen, wenn beide Elternteile
aus bewährten und gesunden Linien stammen, bei denen keine Erbkrankheiten bekannt
geworden sind und wenn beide Jungtiere groß und kräftig sind.
Gewicht,
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Größe,
Text in Arbeit
| Autorin: Thea PAAR MFD BD e.V. E-Mail: the roots@gmx.de Co-Autorin: Dr.vet.med. Nicole JENTZSCH |
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