Zittern, Jungtiere
• Sehr kleine + schwache Junge, meist auch zu früh geborene Babys zeigen Zittrigkeit.
• Zittern bei Neugeborenen kann man auch beobachten, wenn sie unterzuckert geboren wurden, aufgrund gesundheitlicher Probleme des   Muttertieres während der Tragzeit und eines damit im Zusammenhang eingetretenen Energiedefizits.
• Normal ist das Kältezittern, zusammen mit gesträubten Haaren zu beobachten, wenn es einem Meerschweinchen zu kalt ist.
• Zittern wird manchmal auch als Symptom bei verschiedenen Infektionskrankheiten (z.B. Klebsiellen, Pasteurella multocida, Streptokokken)   beschrieben.

Zitzen, blutig oder entzündet
Blutig gebissene oder rote, entzündete Zitzen sind sehr schmerzhaft für das Weibchen, weshalb es u.U. versucht, seine Jungen am Saugen zu hindern. Dies kann bei Weibchen vorkommen, die einen sehr großem Wurf aufzuziehen haben und evtl. auch für die Anzahl der Babys nicht genügend Milch produzieren. An eine Infektion der Zitzen durch Hocken auf unsauberer Einstreu oder durch die Jungtiere als Überträger muß ebenfalls gedacht werden. Zur Behandlung dürfen nur Salben verwendet werden, die den Babys nicht schaden, wenn sie diese zwangsläufig beim Trinken mit ablecken. Kamillensalbe, mehrmals tgl. wäre geeignet. Gänzlich ungeeignet sind Lebertransalben, da diese extrem hohe Mengen an Vitamin A- und D beinhalten und zu einer Vitaminvergiftung führen könnten. Falls möglich, sollte man soviele Jungen wie möglich einer Amme untersetzen, um eine weitere Verschlimmerung zu vermeiden. Die Jungen so früh wie möglich (nicht vor 2 ½ Wochen) von der erkrankten Mutter absetzen. Da als Komplikation eine Brustdrüsenentzündung entstehen kann, sollte das Muttertier besser einem Tierarzt vorgestellt werden.

Zucht,
bedeutet die mit Hilfe der Erkenntnisse der Vererbungslehre zielbewusst durchgeführte Verbesserung vom Züchter erwünschter Eigenschaften. Um ein gewünschtes Ziel zu erreichen, wird sich meist der Linienzucht und letztendlich der Selektion (Zuchtauslese) bedient oder macht bei Neuzüchtungen u.U. auch Kreuzungen verschiedener Rassen / Farbschläge erforderlich

Zuchtbuch,
Das Führen eines Zuchtbuches ist für jeden Meerschweinchen-Halter empfehlenswert. Über jedes einzelne Tier wird genau Buch geführt. Folgende Notizen sollten darin nicht fehlen:
Name, Alter, Geburtsdatum, Abstammungsnachweis, Gewichtsverlauf ,Verpaarungen, Würfe (mit Wurfdatum + Beschreibung der Nachkommen, Angabe des Vaters), Krankheiten und Behandlung (Nennung der Medikamente und Krankheitsverlauf, Erbkrankheiten), Fütterung und Futterumstellungen dokumentieren, Tod und Todesursache usw..

Zuchtpausen,
Den Weibchen wird nach jeder Geburt eine gewisse Zuchtpause gegönnt, die so lange währt, bis die ursprüngliche Kondition zurückerlangt ist. Dies kann bei jeder Sau völlig unterschiedlich sein, denn die einen neigen zu raschem Fettansatz und brauchen deshalb recht kurze Pausen, andere wiederum zehren durch Geburt und Säugezeit so aus, daß sie wesentlich längere Pausen brauchen, bis sie regeneriert sind. Bei zu langen Zuchtpausen riskiert man u.U. eine Verfettung der Sau, wodurch diese nachher auch Probleme beim Aufnehmen bekommen kann.
Ideal sind im 1. Lebensjahr 1 Wurf, danach 2 - 3 Würfe im Jahr.

Zuchtreife,
Aus den biologischen Daten ist ersichtlich, daß man Säue erstmals ab einem Alter von mindestens 4-5 Monaten zur Zucht zulassen sollte, aber auch nicht viel später, da im Alter von 8 Monaten bereits der Beckenring beginnt zu verknöchern und er damit an Elastizität verliert, was letztendlich zu gewissen Geburtsrisiken wie Geburtsstockungen führen kann. Ein Bock wird erst in reiferem Alter erstmals zur Zucht zugelassen, da er ein gewisses Quantum an Größe, Kraft und Selbstbewußtsein benötigt, um sich beim weiblichen Geschlecht durchsetzen zu können und damit er nicht allzu schnell entmutigt wird, durch unsanftes Zurückweisen der Säue, die Jungböcke manchmal noch nicht so recht akzeptieren wollen.


 
Autorin:
Thea PAAR   MFD BD e.V.
E-Mail: the roots@gmx.de
Co-Autorin: Dr.vet.med. Nicole JENTZSCH
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Aktualisiert: 2002-02-20