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AUGENERKRANKUNGEN BEI MEERSCHWEINCHEN
Anatomie der Augen :
Querschnitt durch eine Augenhöhle
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1,10,11 Schädelknochen mit Stirn- und Nebenhöhlen |
Physiologie der Augen:
Meerschweinchen können Farben sehen und haben ein
weites Gesichtsfeld. Das räumliche Sehvermögen ist schlecht ausgebildet.
Der sehr kleine Augapfel macht eine genaue ophtalmologische
Untersuchung des Augeninneren schwierig.
Erkrankungen der Lider, der Bindehaut und der Augen:
Lider: Verletzungen durch Raufereien oder scharfe
Drahtteile des Käfigs benötigen unbedingt tierärztliche Versorgung
um die Funktionstüchtigkeit zu erhalten. Eine Entzündung der Lider
(Blepharitis) kann auch durch einen Pilzbefall der Augenumgebung entstehen.
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Bindehaut: Eine Bindehautentzündung (Conjunctivitis) ist die häufigste Augenerkrankung. Die Bindehaut ist gerötet und geschwollen, das Auge tränt am Anfang meist wäßrig dann rasch eitrig. Die Ursachen sind meist Zugluft, staubige Einstreu oder spezielle Bakterien (z.B.: Chlamydien). Auch im Zuge einer allgemeinen Infektion der Atemwege sind die Bindehäute meist mitbetroffen. Vom Tierarzt verschriebene Salben oder Tropfen bringen bei regelmäßiger Anwendung (4-6 mal täglich) rasch Besserung. Die Bindehaut kann aber auch ohne Entzündungserscheinungen (also nicht gerötet) vorquellen. Dies kann bei dicken Tieren durch reichlich Fett und Lymphgewebe, oder angeboren als Erbkrankheit ("fatty- eye") sein oder aber durch eine Vergrößerung der Orbitaldrüsen zu einer erbsenförmigen Vorwölbung ("pea-eye") führen.
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Durch den Reichtum an lyphatischem Gewebe kann es bei starken oder chronischen Reizen zu papillomartigen Wucherungen kommen. Hier kann der Tierarzt durch kortisonhältige Salben oder aber auch chirurgisch helfen. |
Hornhaut: (Kornea) Die normalerweise glänzende und durchsichtige Hornhaut kann durch Entzündungen (Keratitis) oder Degenerationen matt und trübe werden. Da die Hornhaut keine Blutgefäße hat ist sie sehr empfindlich und eine Heilung dauert sehr lange. Spitze Gegenstände könne auch einmal die Hornhaut verletzen oder durchbohren. Auch hier ist tierärztliche Hilfe unbedingt notwendig.
Linse: Eine Trübung der Linse (Katarakt, grauer Star) kann in einigen Meerschweinchenfamilien angeboren sein ("mirror-eye"). Aber auch Erkrankungen und das Alter können zur Linsentrübung führen. Das Sehvermögen der Tiere ist meist eingeschränkt aber nicht aufgehoben. Die Lebensqualität des Tieres wird kaum beeinträchtigt. Hier ist eine Behandlung meist erfolglos. Auch hohen Blutzucker (Diabetes - bei Meerschweinchen gar nicht so selten), kann wie beim Menschen zum grauen Star führen.
Augeninneres: Eine fast nur bei Meerschweinchen relativ häufig vorkommende Erkrankung, eine intraoculäre Knochenbildung ist als unregelmäßiger Ring am Hornhautrand zu erkennen.
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Erkrankungen der Augenhöhle hinter dem Augapfel: Eine sehr unangenehme Erkrankung liegt vor wenn bei einem MS ein Auge immer weiter hervorkommt. Ein raumfordernder Prozeß hinter dem Auge ist Schuld. Als Ursache kommen entweder ein Abszeß (meist von einem Zahn ausgehend) oder (sehr selten) ein Tumor in Frage. Beides sind schwerwiegende Erkrankungen die nur chirurgisch und mit zweifelhafter Prognose behandelt werden können
Pflege der Augen: Gesunde Meerschweinchenaugen brauchen kaum eine Pflege. Ältere, kranke und schwache Tiere vernachlässigen oft die eigene Körperpflege und haben meist "verpickte" Augen. Eine Reinigung mit einem Kosmetikbäuschchen und lauwarmen Wasser oder verdünnter Milch reicht hier meist aus. (Kamillentee in jeder Form hat im Auge nichts mehr verloren). Alte Tiere haben manchmal zu wenig Tränenflüssigkeit und das Auge erscheint matt oder trübe. Mehrmals tägliches Eintropfen eines Tränenersatzes (wie beim Menschen) lindert die Beschwerden.
| Autor: Dr. Josef FERBER 1.Wiener Meerschweinchenambulanz der Tierklinik Simmering E-Mail: info@meerschweinchenfreunde.at |
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vorbehalten. Aktualisiert: 2001-10-01 |