Gattungen der Meerschweinchen
Die Unterfamilie der Caviinae (der sogenannten "echten Meerschweinchenartigen") gliedert sich in die 4 Gattungen:
1. Cavia (Wildmeerschweinchen, unter diese Gattung fallen auch die Hausmeerschweinchen)
2. Galea (Wieselmeerschweinchen)
3. Kerodon (Bergmeerschweinchen)
4. Microcavia (Zergmeerschweinchen)
siehe auch wilde Meerschweinchen
Tiere aus derselben Gattung sind systematisch eng verwandt - zwischen ihnen gibt es nur noch die jeweiligen Artunterschiede. Deshalb haben auch alle Arten derselben Gattung denselben Vornamen, der mit dem der zugehörigen Gattung identisch ist (Beispiel: alle Arten der Gattung Galea heißen Galea...).
In der Gattung Cavia z.B. gibt es verschiedene Arten, unter anderem auch die Art Cavia aperea. Wenn noch ein dritter Name hinter dem Gattungs- und Artnamen einer Art steht, wie z.B. „tschudii“,so ist damit die Unterart gemeint.
Genauso wie die Familie in verschiedene Unterfamilien gegliedert ist, gibt es oft auch verschiedene Unterarten zu einer Art.
Alle Unterarten einer Art gehören derselben Art an und sind deshalb untereinander auch in der F2-Generation fertil kreuzbar und weisen ein identisches Verhaltensrepertoire auf.
Quelle: Christa Hohoff, Uni Münster
 

Das Glatthaar

Haarstrukturformel:
L L r r M M st st Sa Sa Rx Rx Fz Fz

Geschichte / Rassebeschreibung :
Das Glatthaar, auch Englisch Kurzhaar genannt, gilt als der Urtyp aller Haarstruktur– und Farbvarianten.
Es ist das beliebteste Ausstellungstier und besitzt weltweit in den verschiedenen Standards die meisten anerkannten Farbschläge. Diese Rasse wird auch mit Satinbehaarung gezüchtet.
Diese Rasse besitzt ein einheitlich kurzes ,glattes und anliegendes Fell, frei von jeglichen Wirbeln.

Anerkannte– und Vorläufig anerkannte Farbschläge
( nach dem Standard des MFD BD e.V.) :
weiß, creme, safran, buff, gold, rot, beige, schokolade, lilac, slate blue, schwarz,
Agoutis, Solid– Agoutis, Argentes, Brindle, Schildpatt, Schildpatt– weiß, schoko- rot– weiß, Holländer, Dalmatiner, Schimmel, Himalaya .

Genetik:

Das Gen L für kurzes ,glattes Fell vererbt sich dominant gegenüber Langhaar und Kraushaar ( Rex, Texel, Teddy ) und ist rezessiv gegenüber Wirbelhaar (Rosette, Peruaner, Alpaka) und Schopf.

Zucht:
Für die Zucht eignen sich große, kräftige Tiere, in schönem Typ und Bau (athletisch breite Schultern, insgesamt kompakt und gut bemuskelt). Der Kopf sollte harmonisch geformt sein, das Nasenbein leicht gebogen. Ein möglichst „stumpfer“ Kopf wird angestrebt, er darf aber auch nicht zu stumpf werden, deshalb benötigt man in der Zucht auch Tiere, die dieses Merkmal wieder etwas ausgleichen können, man sollte sich also nicht immer nur Nachzucht mit stumpfen Köpfen aufheben, gelegentlich benötigt man zum Ausgleich auch etwas  langnasigere Partner. Die Ohren sollten schön groß und hängend sein. Das Ohr darf in einer leichten Welle fallen. Je kürzer der Kopf gezüchtet wird, um so kleiner werden auch die Ohren , die dann zu kurz werden, um noch fallen zu können.unerwünschte Ohrfalten vererben sich recht hartnäckig weiter, daher sollte man möglichst auf faltenfreie Ohren bei Zuchttieren achten. Meerschweinchen mit faltenfreien Ohren, sind jedoch leider noch kein Indiz dafür, das ihr Nachwuchs faltohrfrei sein wird, da sich dieses Problem leider auch versteckt weitervererben kann, wenn es erst einmal in einer Linie drinsteckt. Wenn man einen sehr seltenen Farbschlag züchtet, bei dem die Beschffung von guten Zuchttieren nahezu unmöglich erscheint, bleibt einem manchmal keine andere Wahl doch den einen oder anderen Fehler hinzunehmen. Dennoch möchte ich in solchen Fällen empfehlen, das wenigstens die Zuchtböcke faltohrfreie Vererber sind bzw. aus bewährten Linien stammen.
Das Fell an den Körperseiten sollte in einer waagerechten Haarwuchsrichtung verlaufen.
Besonders bei  Satinbehaarung sieht man nicht selten, das sich die Haare hinter den Vorderbeinen oder an den Bauchseiten nach unten biegen/fallen. Da sich dieses Manko vererbt, muß man sehr darauf achten !
Das Fell sollte möglichst dicht in der Behaarung sein und darf keine fehlerhaften Haareinpflanzungen (Verdrehungen) oder gar Wirbelbildungen (auch auf die Bauchbehaarung schauen) zeigen. Hat man den Eindruck, das das Fell an irgendeiner Stelle auseinander triftet, sollte man zunächst versuchen es glatt zu streichen, triftet es anschließend wieder auseinander, könnte dies ein Fellfehler sein. Die Jungtiere werden mit einem weicheren „Babyfell“ geboren.
Die Fellfarbe kann sich bei ihnen -je nach Farbschlag- mit zunehmendem Alter u.U. noch mehr oder weniger stark veränderen, wobei die Dauer der Umfärbung je nach Farbschlag variiert.Der Fellwechsel bis zum endgültigen Haarkleid geht ganz allmählich über mehrere Monate von statten. Man muß sein Auge schulen, um schon bei Jungtieren erkennen zu können, welche mal die beste Farbe bekommen.Man kann sich bei ihnen ein wenig an der Unterfarbe des Fells orientieren.Unter– und Deckfarbe des Fells sollte bei adulten Einfarbigen  und Zeichnungstieren so gut wie möglich angeglichen sein. Auch auf die korrekte Hautpigmentation, sowie auf die Augenfarbe ist zu achten.Um ein Jungtier mit schönem breiten Kopf aus einem Wurf heraus zu deuten, kann man sich die „Daumenprobe“ zu Hilfe nehmen. Direkt nach Geburt läßt sich am besten bestimmen, wie sich der Kopf eines Jungtieres später mal entwickeln wird. Paßt ein Daumen zwischen die Augen eines Tieres, wird dessen Kopf mal vielversprechend werden . Bei etwas älteren Jungtieren wird dieses Ergebnis durch unterschiedliche Wachstumsschübe des Kopfes in Länge und Breite verfälscht.
Für die Präsentation auf einer Show müssen die etwas länger herausragenden, „toten Haare“, -sprich „Grannenhaare“-aus dem Fell entfernt sein.

 Gold

Das Bild zeigt 2 Gold p.E. in hervorragender Fellfarbe aber leider mit sehr starker Hautpigmentierung.
Die Farbe Gold kann auch mit dunklen Augen (Gold d.E.) gezüchtet werden, für die -bis auf die Augenfarbe- gleichermaßen obige Beschreibung gilt. Die Augen der Gold d.E. lassen eine rötliche Glut erkennen, d.h. sie können feuerfarben oder auch rubinfarben sein, sollten aber so dunkel wie möglich sein.

Die Farbe Gold meint ein leuchtendes, kräftiges kupferrot, welches seine intensive Leuchtkraft einem Gelbverstärker zu verdanken hat. Fehlender Gelbverstärker lassen die Farbe wesentlich blasser erscheinen.
Im Gegensatz zu roten Tieren bilden Goldene braunes anstatt schwarzes Pigment aus, weshalb die Hautpigmentation nicht schwarz sondern leicht bräunlich ist, im Idealfall jedoch weitgehenst pigmentarm gewünscht wird.
Die Augen bei Gold p.E. (p.E.= pink eye) sind pinkfarben.

Goldagouti
Das dominanteste aller Agoutifarben.
Diese Agoutis besitzen einen schwarzen Haaransatz, eine rote Haarbänderung und schwarze Haarspitzen. 
Die Haut ist schwarz pigmentiert, die Augen dunkel.

Grauagouti
Diese Agoutis besitzen einen schwarzen Haaransatz, eine bufffarbene Haarbänderung und schwarze Haarspitzen.
Die Haut ist schwarz pigmentiert, die Augen dunkel.

 


 
Autorin:
Thea PAAR   MFD BD e.V.
E-Mail: the roots@gmx.de
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Aktualisiert: 2002-04-26