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TUMOREN BEI MEERSCHWEINCHEN


Was bedeutet das Wort "TUMOR": Tumor heißt Schwellung, Geschulst etc..Wir wollen hier also alle Vergrößerungen, "Dippeln" etc bei unseren MS besprechen. Wo kommen sie vor und wie gefährlich sind sie für das Leben des Tieres .
Allgemein könnte gesagt sein: MS sind nicht ganz so tumoranfällig wie versch. andere Nager (Ratten, Mäuse). Tumore treten vermehrt ab dem 4. Lebensjahr auf. Nur ein Teil (ca 30% meiner Meinung nach) der Tumore sind bösartig. (D.h bei ca 70% wäre mit einer OP eine vollständige Heilung zu erzielen.) Wie überall aber im Leben bestätigen auch hier leider Ausnahmen die Regel.
Von außen sichtbare Tumore:
Ein großes Organ, das in seiner Gänze sichtbar ist,ist die Haut. Hier kann auch der Besitzer etwas feststellen und sofort Alarm schlagen. Mit genauer Untersuchung kann der Tierarzt ein Gebilde ungefähr einordnen. Sitzt es in oder unter der Haut, ist es hart oder weich, ist es mit der Haut oder gegen die Haut verschieblich, tut dem Tier die Berührung weh? Wir haben hier Atherome (Grützbeutel), Lipome, Talgdrüsenadenome, Trichoepitheliome etc. Ein grosser Prozentsatz dieser Gebilde ist gutartig, doch wie bereits oben gesagt eine rechtzeitige Entfernung ist angezeigt. Gutartig ? Was heißt gutartig, ein Tumor ist doch sicherlich nichts Gutes? Der Mediziner versteht unter einer gutartigen (benignen) Geschwulst im Gegensatz zu einer bösartigen (malignen), einen Tumor, der sich unter Verdrängung des umgebenden Gewebes entwickelt, also nicht wie mit Wurzeln in das erkrankte Organ hineinwächst. Solche Neubildungen (wieder ein anderer Name ) lassen sich daher operativ leichter und restlos entfernen. Sie setzen auch meist keine Metastasen (Tochtergeschwülste) in andern Organen. Was können wir noch auf der Haut sehen? Das Caudalorgan ( für diejenigen, die noch keine MS Profis sind - das ist die fettige, oft dunkelgefärbte Stelle am Steiß) gehört hierher und bildet wahrscheinlich sexuelle Duftstoffe. Pododermatitis: "wunde Füße" stellt keinen Tumor dar, sonder ist nur eine Entzündung der Fußsohlen durch best. Bakterien. Übergewicht, wenig Bewegung und unzweckmäßige oder feuchte Einstreu sind die Ursache. Auch sichtbar sein können Mamma (Gesäuge-) Tumoren. Nach unserer Beobachtung kommen sie öfter bei männl. Tieren vor. 70% sind gutartige Fibroadenome, manchmal auch nur Lipome, 30% Carcinome, die leider häufig Metastasen in der Lunge setzen. Da auch Carcinome - wenn rechtzeitig erkannt und operiert - heilbar sind, ergibt somit die frühzeitige Operation eines Knoten im Gesäuge eine 80%ige Heilungschance) Unter Umständen sichtbar, jedoch deutlich fühlbar sind vergr. Lymphknoten bei der Lymphosarcomatose =Leukose. Ursache ist wahrscheinlich ein Virus. Diese Krankheit hat eine sehr schlechte Prognose. Oft sieht man kirsch- bis tischtennisballgroße, runde meist harte Schwellungen am Unterkiefer oder der Halsregion. Das sind meist Abszesse von durchgebrochenen eitrigen Zahnwurzeln oder abszedierte Lymphknoten. Schilddrüsentumore können ähnlich aussehen. Auch noch sichtbar, aber zum Glück selten sind: Hodentumore.
innere Tumore:
Unsichtbar sind die meisten inneren Tumorarten. Ausnahmen bilden riesige Ovar(Eierstock-)zysten oder -tumore,die den Bauch eines Tieres oft gewaltig nach einer oder beide Seiten vorwölben bzw. Knochentumore,die die betroffene Extremität eines Tieres monströs anschwellen lassen können. Andere Tumore kann nur der Tierarzt durch Palpation (Tasten), Röntgen oder Ultraschall erkennen. Unter Umständen wäre sogar der Einsatz einer CD (Computerthomographie) oder einer MR (Magnetresonanztomographie) möglich. Tumore der Gebärmutter (Leiome, Fibrome, Myome)(siehe unten 2. Bild von links) oder der Eierstöcke (Zysten, Zystadenome ) sind auch beim MS operabel und haben eine gute Heilungsaussicht, wenn der Allgemeinzustand des Tieres noch in Ordnung ist. Frißt das MS aber bereits seit Tagen nicht mehr, ist abgemagert und teilnahmslos, kommt meist jede Hilfe zu spät. In diesen Fällen, oder bei sehr alten Tieren kann man das Leben manchmal mit Hormonbehandlungen verlängern. An unserer Klinik mußten wir bereits in einigen Fällen Blasen- und Lungentumore diagnostizieren. Hier wie bei anderen seltenen Tumorarten von Magen, Darm, Leber (siehe unten 1. Bild von rechts), Knochen (siehe Röntgenbild unten) und Gehirn kann meist nur die Euthanasie (Einschläferung) das Leiden des Tieres beenden.
Allgemein zur OP möchte ich noch sagen: Durch den Einsatz moderner Narkosegase, einer guten OP Überwachung, intensiver Nachbehandlung und genauer Beobachtung des Tieres in den Tagen danach, ist das Narkoserisiko bei einem Tier mit noch gutem Allgemeinzustand sehr gering.


 

 
Autor:
Dr. Josef FERBER   1.Wiener Meerschweinchenambulanz der Tierklinik Simmering
E-Mail: info@meerschweinchenfreunde.at
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Aktualisiert: 2001-1!-01