Diener

MS-Thron

Anfassen,
Scheue ungezähmte Meerschweinchen lassen sich aus Angst natürlich nicht gern anfassen. Es ist aber nicht nur eine Frage von Angst sondern es liegt auch am Charakter jedes einzelnen Meerschweinchens selbst ob es Anfassen oder Streicheleinheiten überhaupt mag oder eher ablehnt, da sollte man das Tier und seine Eigenheiten natürlich respektieren und sich ihm gegenüber entsprechend anpassen. In den meisten Fällen ist es aber die Angst, welche wir durch Zähmung zum großen Teil beseitigen können. Wichtig bei der Zähmung ist, wie wir dem Tier gegenüber begegnen, einmal das wir uns ihm immer von vorn nähern, in ruhigem Ton mit ihm sprechen, hektische Bewegungen vermeiden, scheuchen beim einfangen so gut es geht zu unterbinden, das Tier auf dem Arm nicht gegen seinen Willen festhalten wenn es Anstalten macht woanders hin zu wollen, niemals unsanfte Berührungen auszuüben. Siehe dazu auch unter "Eingewöhnung".
Bei Wildmeerschweinchen habe ich die Erfahrung gemacht, das sie sehr neugierig sind, zum Futterbetteln auch zur Käfigbrüstung kommen, sich aber höchstens mal an Nasenrücken oder Vorderpfoten berühren lassen wollen niemals am restlichen Körper …sie gehen dann einfach weg, kommen aber nach kurzer Zeit wieder. Sie sind somit überhaupt keine Streicheltiere, weil sie es von sich aus fast gänzlich ablehnen berührt zu werden. Nimmt man sie auf den Arm werden sie sehr wehrhaft, wollen nur flüchten und werfen aus Angst Fell ab. Dies sollte man möglichst unterlassen, da man sich so bereits aufgebautes Vertrauen wieder kaputt machen kann.
Die Wieselmeerschweinchen sind da etwas anders, da sie relativ schnell ihre Berührungsängste verlieren. Sie sind wie kleine Hörnchen wuselig und ausgesprochen neugierig kommen sie immer wieder zur Käfigbrüstung und dulden auch mal am Rücken gegrault zu werden. Wenn man sich intensiv mit ihnen befasst, ist vielleicht sogar möglich, sie mal auf den Arm zu nehmen ohne das sie Fluchtversuche starten. Wiesel- als auch Wildmeerschweinchen zeigen keinerlei Skrupel einfach aus dem Arm zu springen und dies kann sehr gefährlich für sie werden.

Angst,
Als Nestflüchter ist Angst bei Meerschweinchen ein völlig natürliches, angeborenes Verhalten, das die meisten Meerschweinchen deshalb nie gänzlich ablegen.

Anschaffung, siehe auch Kauf
Bevor Sie sich Meerschweinchen (=MS) ins Haus holen, sollte man sich folgende Fragen bereits beantwortet haben:
 Habe ich mich anhand von Büchern ect. ausreichend über Haltung und Fütterung informiert?
Welche Platzansprüche besitzt mein Tier, welcher Käfig ist geeignet?
Wohin kann ich mein Tier in Urlaubspflege geben?
Bin ich bereit dazu, mich um das Tier zu kümmern, falls das Interesse der eigenen Kinder dafür nachlassen sollte?
 Wie alt werden MS?
Ist mir das Tier soviel wert, das ich bei Krankheit den Weg zum Tierarzt nicht scheue?
Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung einverstanden?
Hat eines der Familienmitglieder eine Tierhaar? oder Heuallergie?

Aufenthalt, im Freien, siehe auch Freilandhaltung, und Freilandhaltung
Es gibt nichts schöneres für die Meerschweinchen, wenn ihnen ihr Besitzer in den wärmeren Jahreszeiten einen Wiesenauslauf in einem eigenen Garten ermöglichen kann. Ab Juni kann man das MS in langsamen Schritten an seinen Aufenthalt im Freien gewöhnen.

Einige Regeln, sollen mögliche Gefahren vermeiden helfen:

Gehege - Das abnehmbare Gitteroberteil eines Käfigs , als Wiesenauslauf genutzt , ist nur für den kurzen Aufenthalt unter Aufsicht geeignet !                      Besser ist ein stabiles Holzgerüst mit engmaschigem Draht, oben gut verschlossen durch einen Deckel, der sich verriegeln lässt. Das                      Gehege im Boden mit Zeltheringen so verankern, dass es von anderen Tieren nicht angehoben werden kann .
Zugluft - vermeiden! Außenwände an den Seiten des Geheges zur Not mit Planen, Pappen oder Kartoffelsäcken abdichten.
Regen - kalte und nasse Füße bergen Erkältungsgefahren und Unterkühlung in sich! Besser die Tiere hereinholen . Meerschweinchen , die                 ganzjährig unter solchen Extrembedingungen im Freien leben , reagieren unempfindlicher .
Sonne - MS sind extrem hitzschlaggefährdet ! Die Gehege nur an schattigen Plätzen aufstellen und bedenken, das die Sonne wandert. Die Augen                 rotäugiger MS reagieren empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung .
Schutzhaus - sollte immer im Gehege stehen.
Trinkwasser - sollte in Form einer Wasserflasche angebracht sein.
Raubtiere - fremde Hunde , Katzen, Marder oder Greifvögel sind große Gefahren für die MS, weshalb das Gehege auch so gut gesichert werden                       muss, wie möglich!
Verschmutzung - das Gehege sollte so konstruiert sein, das man es tgl. umsetzen kann, da die MS sonst , durch ihre Ausscheidungen ,                                   verschmutztes Grünfutter fressen müssten.

Weitere interessante Anregungen über Meerschweinchenhaltung im Garten
: http://www.diealts.de/

Auslauf, Wohnung
Sollte den MS täglich gegönnt sein, wenn sie in einem normalen Gitterkäfig leben, der dem natürlichen Bewegungsdrang dieser Tiere nicht genügt. MS, die nur im engen Käfig dahin vegetieren müssen, verfetten sehr schnell und stumpfen im Wesen ab, auch verschiedene Verhaltensstörungen, wie Fell fressen, Gitter nagen usw. können entstehen. Am lauffreudigsten zeigen sich die MS, wenn sie zum Ansporn einen Artgenossen haben. Es reicht aus, die MS tgl. solange laufen zu lassen, bis sie sich ausgetobt haben und beginnen, sich in irgendeiner Ecke regungslos niederzulassen. Leider werden nur die wenigsten MS stubenrein, weshalb man ihre Lieblingssitzplätze mit Zeitung, Teppichresten oder Tüchern auslegen sollte. Andere Haustiere, wie Hunde oder Katzen, sollte man möglichst fernhalten oder nur unter Aufsicht zu den frei laufenden MS lassen, wenn Gewiss ist, das sich beide tolerieren. Andere Gefahrenquellen müssen vorher aus dem Weg geräumt werden, wie z.B. Plastik, Styropor, Elektrokabel, da dies beliebte aber gesundheitsgefährdende Nageobjekte sind. Schlupfwinkel hinter Schränke usw., sollte man vorher zubauen, sonst sind die MS schnell dahinter verschwunden. Bestimmte Zimmerpflanzen sind giftig, diese sollten in unerreichbarer Höhe stehen.

Auslauf, draußen ...siehe auch Aufenthalt im Freien und Freilandhaltung
Die MS nie im Garten ohne eine Umzäunung laufen lassen. Wenn man die MS auf dem Rasen grasen lassen möchte, darf dieser nicht frisch gedüngt sein. Es müssen mindestens 1-2 Regenperioden abgewartet werden, im Zweifelsfall den Gärtner fragen ! Unkrautvernichtungsmittel oder Moos - Ex sind stark giftig, hier muss meist noch wesentlich länger gewartet werden und unbedingt ein Gärtner befragt werden.

ausmisten,
Wie oft ausgemistet werden sollte, richtet sich nach Käfiggröße und Anzahl der Tiere. Die einfachste Regel ist, immer in solchen Zeitabständen zu misten, bevor Geruch entsteht. Um zu vermeiden, das die MS einen nassen Po bekommen, kann man die Spreu von Kot- und Urinecken bei Bedarf zwischendurch auswechseln . Zur Vorbeugung vor Urinstein kann man die Bodenschalen mit Essigreiniger auswaschen. Bei älteren Urinflecken wird mit Essigreiniger getränkte Watte auf die fleckigen Stellen in der Bodenschale gelegt und gut angedrückt. Über Nacht einwirken lassen und am nächsten Tag lassen sich die Flecken problemlos entfernen. Es reicht aus, den Käfig ca. alle 14 Tage mit handelsüblichen Sprays zu desinfizieren . Trinkflaschen und Futternäpfe ebenfalls regelmäßig reinigen. Als Einstreu für den Käfig eignen sich z.B. Sägespäne, gepresste Holzfaser oder gepresste Strohpellets .

Außengehege, s.a. Aufenthalt im Freien und Freilandhaltung
Ein Außengehege zwecks Wiesenauslauf sollte folgenden Ansprüchen genügen:
ausbruchsicher : Deshalb engmaschiges Draht verwenden
verletzungssicher : Keine Nägel oder Schrauben hervorstehen lassen , kein weitmaschiges Draht verwenden .
sonnengeschützter Standort :Da MS extrem Hitzschlag gefährdet sind.
raubtiergesichert : Deshalb fest verschließbaren Deckel auf dem Gehege und eine Bodenverankerung z.B. mittels Zeltheringen anbringen . Nicht                                       selten haben schon fremde Hunde, Katzen, Marder oder Greifvögel MS in ungesicherten Gehegen gerissen.
Zugluft geschützter Standort : Da MS anfällig für Erkältungserkrankungen sind.
versetzbares Gehege : Da das Gras sonst zu stark durch die Ausscheidungen. verschmutzt wird .
Regenfestes Schutzhaus : Sollte im Gehege stehen, Trinkwasser verfügbar sein. Bei Regen, Wind und kalter Witterung sollten die MS besser                                                 hereingeholt werden, es sei denn, das Schutzhaus hat einen isolierten Boden mit wärmender Einstreu, so daß die Tiere                                                 fußwarm sitzen.

Außenhaltung , s.a. Außenstall und Freilandhaltung
Unter bestimmten Bedingungen ist eine ganzjährige Außenhaltung von MS möglich . Meerschweinchen aus Innenhaltung müssen ganz langsam , in den wärmeren Sommermonaten, etwa ab Juni, an die Außenhaltung gewöhnt werden . Durch die Außenhaltung entwickeln die MS im Laufe der Zeit ein dichteres und rauheres Haarkleid .
Es ist ratsam, die MS wenigstens zu zweit in einem Außenstall unterzubringen, damit sie sich gegenseitig wärmen können. Der Nachteil bei einer Außenhaltung ist, das man weniger Kontakt zu seinen Tieren hat, das Trinkwasser und das Grünfutter schnell einfriert und deshalb mehrmals am Tag ausgetauscht werden muß. Ein MS in Außenhaltung sollte man aufgrund der extremen Temperaturunterschiede, im Winter nicht ständig ins Haus holen. Normalerweise fühlen sich MS bei normalen Zimmertemperaturen am wohlsten, können aber der Kälte in gut isolierten Ställen recht gut standhalten.

Außenstall,

Als Außenstall sind z.B. Kaninchenställe geeignet, die zusätzlich dem normalen Drahtabteil ein ringsum geschlossenes Gehäuse , d.h. eine Wurfbox oder Schlafkammer, besitzen. Das geschlossene Abteil lässt sich von außen durch ein Türchen öffnen, so dass ausmisten und Kontrolle leichter fallen, für die Tiere ist es nur durch ein Schlupfloch begehbar . Bei guter Isolation der Außenwände und dick eingestreut, fällt die Temperatur in solchen Wurfboxen im Winter kaum unter 0 Grad ab, weshalb man am besten auch die Trinkflasche dort anbringt, um das Wasser vor dem einfrieren zu bewahren. Besonders im Winter sollte man das Schlafabteil für die MS, über einer Schicht aus Sägespänen dick mit Stroh und Heu auspolstern. Der Außenstall benötigt als Regenschutz ein längeres Vordach. Im Sommer sollte der Stall vor praller Sonne geschützt stehen. Bei obiger Abb. fehlt die Darstellung eines schmalen Brettes entlang der Vorderkanten, welches ein herausfallen der Einstreu verhindern soll. Man kann die Bretter mittels Scharnieren so anbringen, das sie sich zur Erleichterung des ausmistens herunter klappen lassen. Die schönsten Außenanlagen für Kleinnager verfügen über eingearbeitete Kotschubladen, die sich zwecks ausmisten bequem herausziehen, auskippen und reinigen lassen, da die dort eingearbeiteten Bodenschalen nicht aus Holz, sondern aus einem beständigen Kunststoff gefertigt sind.

Bei Unterbringung in einem Gartenhaus, sind auf folgende Dinge zu achten:
ausreichender Lichteinfall - Sind genügend Fenster vorhanden? Zur Not kann ein durchsichtiges Wellblechdach Abhilfe schaffen .
ausreichend Luftzirkulation - Sind die Türen weit genug zu öffnen? Besonders im Sommer kann es in 1 Hütte stickig werden , auch    atemwegsschädigende Salmiakdämpfe können sich in der Raumluft zu stark konzentrieren , genauso wie die Keimrate von Krankheitserregern .    Deshalb - je breiter die Tür, umso besser ! Besonders, wenn eine größere Anzahl von MS in der Hütte untergebracht sind, entsteht eine sehr    hohe Feuchtigkeitsentwicklung, wodurch sich an allen Wänden schnell Schwitzwasser und Schimmel bilden kann. Hier kann evtl. ein eingebauter    Ventilator für verbesserten Luftaustausch sorgen und zur Kontrolle kann ein Feuchtigkeitsbarometer dienen .
Wildtiere - Insekten und Mäuse sind Krankheitsüberträger , Marder eine Gefahrenquelle, daher geeignete Maßnahmen zum Schutz treffen , z.B.    an Fenstern und Türen Fliegen -, als auch mardersicheres Draht anbringen.
Strom - für Licht und Heizung könnte man über eine Solaranlage mit starker Batterie ziehen. Für den Eigenbau bieten Firmen ein Sortiment zum    bestellen an.
Heizung - Wer für seine Tiere im Winter heizen möchte , könnte solche Heizkörper einbauen, die sich ab einer gewünschten Gradzahl automatisch    einschalten.



 
Autorin:
Thea PAAR   MFD BD e.V.
E-Mail: the roots@gmx.de
Copyright (C) Thea Paar. Alle Rechte vorbehalten.
Aktualisiert: 2002-04-26