Gartenauslauf, siehe Auslauf draußen

Gefahren,
Annagebegehrte aber gesundheitsgefährdende Objekte wie Elektrokabel, anorganische Stoffe wie Styropor, Plastikteile, Teichfolie, PVC,   giftige Zimmerpflanzen, verwenden von Klumpstreu (für Katzen).
Verwendung giftiger Farben und Lacke (z.B. Bootslack) sind gesundheitsschädlich bei annagen bestrichener Flächen oder durch einatmen der   Ausdünstungen. Auch geeignete Anstrichmittel gründlich ausdünsten lassen.
Nägel, Stifte, Schrauben oder ähnliches, die im Käfig hervorstehen stellen eine Verletzungsgefahr (besonders der Augen) dar.
Zu enge Häusereingänge für Zuchtweibchen (Verletzungsgefahr für die ungeborenen Jungen bei Quetschung des Bauches).
Heuraufen die so konstruiert sind, das hinein klettern möglich ist (große Verletzungsgefahr besonders der Beine).
Häuser mit runden Fenstern (große Unfallgefahr durch stecken bleiben).
Andere Haustiere wie Hunde und Katzen sind fernzuhalten, wenn nicht sicher ist, wie sie auf die MS reagieren.
Marder und andere Wildtiere an dem Eindringen in die Meerschweinchen- Behausungen hindern.
Zeitungspapier wird vertragen, sollte aber möglichst nicht gefressen werden. Giftig sind bunt glänzende Papiere, welche z.B. für   Prospektmaterial benutzt werden.
Spritz-, Dünge-, Unkrautvernichtungs -u. Kalkmittel im Garten sind schädlich! Bei gedüngtem Rasen zwecks Wiesenauslauf mehrere   Regengüsse abwarten, evtl. nach Giftgebrauch auch bei der Kaufquelle nachfragen, ab wann Haustiere wieder auf den Rasen dürfen!   Besonders nach Einsatz von Moos-Ex ist der Rasen sogar längerfristig (1 Jahr oder länger!) für Meerschweinchen tabu.

Gehege, siehe Außengehege

Gesundheitsvorsorge,
Die beste Gesundheitsvorsorge für Meerschweinchen ist eine ausreichende Informationssammlung über ihre Bedürfnisse (Haltung , Ernährung, Verhalten) und natürlich auch dessen Umsetzung in die Praxis.
Die Gesundheit wird nicht nur durch körperliche sondern auch durch psychische Faktoren beeinflusst, das eine kann also beim anderen stets mit eine Rolle spielen, weshalb man ein Tier immer in seiner Ganzheit betrachten sollte. Gute Kenntnisse über die Bedürfnisse und Verhaltensweisen dieser Tiere, sowie eine gute Beobachtungsgabe und regelmäßige Gesundheitschecks [Kontrolle der Augen, Zähne ob intakt oder schief, Ohren auf Schmutz oder Fremdkörper, Nase auf Sekretspuren, Genitalien auf Sauberkeit + Fremdkörper (bei Böcken auch die Eichel unter der Vorhaut kontrollieren), Hautzustand, Gewicht, Beschaffenheit der Ausscheidungen, Krallenlänge, Fettdrüse] sind gute Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge. Lassen sich Veränderungen in den Verhaltensweisen der Meerschweinchen beobachten oder wird eine Krankheit auch nur im Ansatz vermutet, zählt der rechtzeitige Gang zum Tierarzt natürlich auch dazu. Da der Mensch bestimmte Krankheitserreger auf seine Meerschweinchen übertragen kann, sollte er sich bei Krankheit so gut es geht von ihnen fernhalten (Streichelverbot, weder die Tiere anhusten noch anniesen usw.).

Gewöhnen, an Artgenossen u.a. Tiere
Gewöhnen an Artgenossen … siehe unter Böckehaltung und Gruppenhaltung
Gewöhnen an andere Tiere … siehe unter Zusammenhaltung mit anderen Tieren

Gruppenhaltung, siehe auch Böckehaltung
Die Gruppenhaltung ist für Meerschweinchen artgerecht und deshalb grundsätzlich anzustreben!
Man kann reine Weibchen-Gruppen als auch reine Männchen- Gruppen halten oder 1 Gruppe bestehend aus mehreren Weibchen mit 1 kastrierten Bock dabei. Ein unkastrierter Bock innerhalb einer Weibchengruppe ist nur für einen Züchter relevant, der es versteht, ihn vor anstehenden Geburten oder zwecks Zuchtpausen rechzeitig umzuquartieren. Besonders für Jungtiere ist die Gruppenhaltung zur Erlernung ihres Sozialverhaltens unerlässlich. Wie viele Tiere man zusammen halten kann ist natürlich von der Gehegegröße anhängig. Der Platz sollte so groß sein, das sich die Tiere auch mal bequem aus dem Wege gehen können, denn auch Meerschweinchen haben gelegentlich mal das Bedürfnis sich von anderen aus der Gruppe zurück ziehen zu wollen. Meinen Erfahrungen nach zeigen größere Gruppen eine wesentlich bessere Toleranz gegenüber "Neumitgliedern" als kleinere Gruppen von nur 2 - 4 Tieren. Innerhalb jeder Gruppe bilden Meerschweinchen untereinander mehr oder weniger enge Freundschaften, nicht alle verstehen sich gleich gut miteinander.
Die Haltung von Bock- Gruppen sind unter dem Stichwort "Böckehaltung" nachzulesen.
Für Weibchen-Gruppen oder Weibchen + Kastrat gilt folgendes:
Extrem dominante Säue sind manchmal recht schwer in 1 Gruppe zu integrieren, so dass manchmal mehrfache Anläufe versucht werden müssen, bis solche "Quertreiber" irgendwann mal ihren Gute-Laune-Tag haben und es dann besser klappt. Leider weiß ich nicht, woran das liegt, das ein Versuch 100 x scheitert und Wochen später ganz plötzlich doch noch gelingt. Wenn man mehrere Gruppen hat und muss ein schwieriges Neumitglied integrieren, kann man versuchen, die Gruppenmitglieder so oft umzusetzen, bis die Rangordnungskämpfe auf das bestmögliche Minimum begrenzt bleiben. Extrem dominante, sehr angriffswütige Weibchen lassen sich oft dadurch bezähmen, indem man sie zu einem anderen Weibchen setzt, das genau so geartet ist bzw. ein nicht minder dominantes Verhalten an den Tag legt. Gewöhnlich dauern Rangordnungskämpfe bei einer neu zusammen gefügten Gruppe 3 -7 Tage an, wobei in den ersten 3 Tagen am heftigsten um den Rang geboxt und gejagt wird. Erst wenn die Rangordnung festgelegt wird, kehrt Harmonie ein.
Kastraten innerhalb einer Weibchen- Gruppe, sind aufgrund ihres Geschlechts nicht automatisch Gruppenführer, das Alpha-Tier kann genauso ein Weibchen sein. Kastraten werden von Weibchen recht gut geduldet, sie zeigen den Weibchen gegenüber oft ein wesentlich weniger aggressives Verhalten als manche Weibchen untereinander, sie versuchen manchmal sogar sich bei Streitigkeiten unter Weibchen schlichtend einzubringen. Sie können von daher einiges zur Harmonie in einem Rudel beitragen.



 
Autorin:
Thea PAAR   MFD BD e.V.
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Aktualisiert: 2002-04-26