Cavia apera f. porcellus
siehe auch Gattungen
Wissenschaftlicher Name für unser domestiziertes Hausmeerschweinchen.
Die domestizierten Hausmeerschweinchen tragen den kompletten Artnamen
derjenigen Wildmeerschweinchenart, von der sie abstammen + dazu ein "f."
welches für "forma" steht.
Das Hausmeerschweinchen Cavia aperea f. porcellus läßt also nach
seinen ersten beiden wissenschaftlichen Bezeichnungen erkennen, daß es vom
Wildmeerschweinchen Cavia aperea abstammtund forma porcellus
drückt die nähere Beschreibung der Tiere aus, nämlich: "von der Form eines kleinen
Schweines".
Quelle: Christa Hohoff, Uni Münster, Deutschland
Cinnamonagouti
Eine Agoutifarbe, mit schokoladenfarbenem Haaransatz und Haarspitzen,
in Haarmitte ist die Farbe durch eine weiße Haarbänderung unterbrochen. Die Hautfarbe
ist bräunlich, die Augen feuerfarben, d.h. dunkel mit rötlicher Glut.
Das Coronet
Haarstrukturformel: l l r r M M St St Sa Sa Rx Rx Fz Fz
Geschichte / Rassebeschreibung:
Das Coronet stammt aus England und wurde einst gezüchtet aus den Rassen Crested und
Sheltie.
Es ist ein langhaariges Tier, welches außer einer Stirnrosette (auch Schopf oder Krone
genannt) zwischen Augen und Ohren, frei von sonstigen Wirbeln ist. Das Gesichtsfell
ist kurz, sollte aber eine lange Wangenbehaarung (Bart genannt) zeigen. Das lange Fell
des Körpers beginnt hinter den Ohren.
Das Coronet wird auch in Satinbehaarung gezüchtet.
Anerkannte und/oder vorläufig anerkannte Farbschläge
(nach Bundesstandard des MFD BD e.V.)
weiß, creme, buff, gold, rot, beige, lilac, schoko, schwarz, ... fast alle bis hierher
genannten Farben mit weiß, schildpatt, schildpatt–weiß, schoko–rot–weiß, einige
Agoutifarben, sowie einige Agoutis mit weiß.
Genetik:
Das Coronet vererbt sein langes Haar rezessiv gegenüber Kurzhaar, seine Krone vererbt
sich dominant, gegenüber Tieren ohne Krone. Für die Vererbung der Krone und der Kronenform
gelten die gleichen Kriterien wie beim Crested, siehe dort.
Treffen 2 dominante Faktoren bei einem Individuum aufeinander, z.B. der dominante Faktor
ST für Krone und der Faktor R für Wirbelbildung (besitzen Peruanern / Angoras /
Alpakas), gilt folgendes:
Der Faktor R wirkt dominant gegenüber der Stirnrosette des Coronets, d.h. die einzelne
Stirnrosette wird von der Vielwirbeligkeit „überlagert„. Würde man also Peruaner mit Coronets
kreuzen, fallen mischerbige Peruaner, die in weiteren Generationen wieder in Coronet
aufspalten können.
Zucht:
Bei der Auswahl von Zuchttieren sollte man auf eine dichte und weiche Behaarung achten.
Die Krone sollte, ein mit Haaren dicht besetztes Zentrum haben und sich dem Betrachter
„wie eine aufgeblühte Blume„ zeigen. Die Kronenbehaarung sollte gleichmäßig lang und dicht
sein, weder eine verdrehte Haarwuchsrichtung aufweisen, noch sich an irgendeiner Stelle
teilen. Neigt sich die Krone in Richtung der Augen oder teilt sich vorn auseinander, ist
die Behaarung zu lang. Wirkt der Rand der Krone zottelig, mangelt es an Dichte uun/oder
gleichmäßiger Haarlänge. Die Kronen bei Jungtieren sind recht schwierig zu beurteilen, da
das Fell noch extrem weich ist und damit die nötige Standfestigkeit für eine vollendete
Kronenform vermissen lässt. Oft werden die Haare am vorderen Kronenrand nach oben gedrückt
durch die entgegengesetzt wachsende Nasenrücken– Behaarung oder diese lassen die Krone vorn
gar auseinander driften. In der Regel verbessern sich diese Punkte mit zunehmendem Alter,
es sei denn, es liegen obig angeführte Fehler vor. Die besten Chancen auf eine schöne Krone
haben die Jungtiere, bei denen die Haare der vorn geteilten Kronen, nach glatt streichen
geschlossen bleiben und nicht sofort wieder auseinander driften. Kreuzungen mit anderen
Langhaar– Rassen sind nicht erforderlich. Manche Züchter behaupten aber, das durch
Einkreuzung von Shelties, die Kronen nicht zu groß werden. Für Kreuzungen eignen sich
Shelties, Texel und Merinos. Peruaner und Alpakas sind ungeeignet, da sich in der Zuchtpraxis
gezeigt hat, das dies negative Einflüsse - entweder auf Kronenform oder Plazierung/Anzahl und
Qualität der Wirbel bei Peruanern / Alpakas – nimmt. Außer einer schönen Behaarung und guter
Krone, ist bei der Zucht selbstverständlich auch auf Typ & Bau, Farbe und Zeichnung,bei
Satins auf Glanz gleichermaßen zu achten.
Coronets werden für die Show, in einer ringsum gleichmäßig, bodenlangen Behaarung, mit
gekämmtem Mittelscheitel präsentiert.
Das Crested
Haarstrukturformel:
L L r r M M Sn Sn ST ST Rx Rx Fz Fz
Geschichte / Rassebeschreibung:
Unter den Überbegriff „Crested“ fallen, nach ihrem Ursprungsland benannt, die
„Englisch Cresteds“ und die „Amerikanisch Cresteds“.
In England züchtete man diese Tiere einfarbig, wobei auch die Krone, der Färbung des Körpers
entsprach.
Die Amerikaner züchteten ihre Cresteds mit einer weißgefärbten Krone und anderer
Körperfarbe.
Heutzutage sind bereits viele Farbschläge anerkannt, unter die Englisch Cresteds fallen
dabei auch die Zeichnungstiere. Cresteds gibt es auch mit Satinbehaarung.
Die Krone oder auch Schopf genannt , soll schön rund ausgebildet sein, ein dichtes Zentrum
zeigen und in einem gedachten Viereck zwischen Ohren und Augen plaziert sein. Die Krone des
Amerikanisch Crested sollte zudem so gleichmäßig wie möglich weiß gefärbt sein.
Genetik:
Das Gen für die Bildung der Krone bzw. Stirnrosette (auch Schopf genannt) schreibt sich in
der Formel St und vererbt sich dominant. Es besitzt weiterhin die Neigung einen weißen
Stirnfleck auszubilden. Das die Amerikanisch Cresteds nun weiß in der Krone zeigen, die
Englisch Cresteds jedoch nicht, wird durch Selektion erreicht. Zwischen dem St–Gen und
anderen Erbfaktoren können Wechselwirkungen bestehen, die Einfluß auf die Kronenform nehmen
können! Besitzt ein Crested z.B. ein Rauhaargen R, welches bei den Rosetten-
Meerschweinchen die Wirbelbildung verursacht, kann dieses R-Gen die eine Stirnrosette
auf 2 schwach ausgebildete, nebeneinander liegende Stirnrosetten reduzieren. Ist das
Modifiziergen m (verstärkt und unterstützt die Ausbildung von Rosetten beim Rosetten-
Meerschweinchen) bei einem Crested vorhanden, können sich Unregelmäßigkeiten der
Haarwuchsrichtung auf der Stirn zeigen, wobei eine deutliche Schopfbildung fehlt.
Zucht:
Zur Verbesserung von Typ & Bau, Farbe oder anderen gewünschten Merkmalen können durchaus
Glatthaar–Meerschweinchen eingekreuzt werden. Aus einer Kreuzung Glatt (= st st ) X Crested
(= ST ST) fallen zu 100% Cresteds, die alle mischerbig sind (St st – Tiere), d.h. sie spalten
zu 50% in Glatthaar und zu 50% in Crested auf. Ob ein Crested tatsächlich reinerbig für seine
Schopfbildung ist, erfährt man meist erst durch die Zucht mit ihm. Sobald ein glatthaariger
Nachkomme fällt, hat man auf jeden Fall ein mischerbiges Zuchttier. Ein reinerbiger Crested
vererbt immer seine Krone, egal ob er mit einem Crested verpaart oder Glatthaar gekreuzt
wird.
Der Weißanteil in der Krone bei Amerikanisch Cresteds nimmt Einfluß auf die übrige
Körperfarbe, indem er sie in seiner Farbintensität abschwächt, daher ist z.B. ein roter
Amerik. Crested nie so intensiv rot, wie ein einfarbig rotes Glatthaar oder engl. Crested.
Je mehr weiß in der Krone, um so heller die Körperfarbe, je weniger weiß in der Krone, um so
intensiver die Körperfarbe. Dies bedeutet für die Zucht, einen goldenen Mittelweg zu finden.
Man könnte als Ausgleich eine Zuchtgruppe zusammenstellen, mit 1 Bock, der eine perfekte
weiße Krone zeigt und mehreren Weibchen, die weniger weiß zeigen, dafür aber eine intensive
Körperfarbe haben.
Cobayos
Cobayos zählen zu einer der größten Fleischrassen unter den Cuyes, welche auf
Farmen in Südamerika als Fleischlieferanten zur Ernährung der Bevölkerung gezüchtet werden.
Ausgewachsen können Cobayos ein Gewicht bis 4 kg und eine Körperlänge bis 50 cm
erreichen können.
Creme
(Abb.: Glatthaar, creme / Doncaster`98)
Farbbezeichnung für ein MS in zartem, sandfarbenem Ton. Die Augen sind dunkel,
die Haut fleischfarben. Dunkle Hautpigmentation kommt vor, wenn ungünstigerweise z.B. rote
Tiere eingekreuzt wurden. Diese Farbe ist nicht reinerbig sondern entsteht aus der Kreuzung
von weiß und buff.
Cremeagoutis
Diese Agoutis besitzen einen schokoladenfarbenen Haaransatz, eine cremefarbene
Haarbänderung und eine schokofarbene Haarspitze. Die Haut ist hellbraun, die Augen
feuerfarben.
Cuyes, siehe auch Cuyes
Das Ursprungsland der Cuyes ist Südamerika. Es handelt sich bei diesen „Fleischrassen“ um
domestizierte Nutztiere, die in ihrer Heimat auf großen Farmen, auf Masse und Gewicht hin
gezüchtet werden, um der Bevölkerung als Fleischlieferanten zu dienen. Der Knochenbau der
Cuyes ist stärker, der Kopf breiter, Ohren und Füße fleischiger, die Schwanzwirbel etwas
länger als bei unseren europäischen Hausmeerschweinchen. Ausgewachsene Cuyes erreichen etwa
ein Gewicht zwischen 1500-3000g, bauen aber mit zunehmendem Alter wieder an Gewicht
ab und altern meines Erachtens auch schneller als normale Hausmeerschweinchen.
Tiere mit Polydaktylie (Vielzehigkeit) sind nicht selten anzutreffen.
Cuyes sind vom Wesen her häufig etwas schreckhaft / hektisch und sehr sensibel, sind
aber mit viel Geduld, genauso zähmbar wie unsere normalen Meerschweinchen.
Im Verhalten sind die Säue untereinander oft etwas rabiater als die der normalen
Hausmeerschweinchen. Vermutlich liegt das daran, das sich ein Bock in 1 Rudel nur eine
Hauptfrau auswählt, mit der er eine besonders enge Bindung eingeht und diese „Hauptfrauen“
dann auch ihre Sonderstellungen zu halten versuchen. Von daher raten manche Cuyhalter/Züchter
auch zur Vergesellschaftung von max. 2 Weibchen pro Bock. Cuyböcke kann man meinen
Erfahrungen nach genauso gut miteinander vergesellschaften, wie Hausmeerschweinchen-Böcke
auch. Wir konnten auch schon Cuy-Böcke mit Haus- und Wildböcken problemlos zusammen
vergesellschaften. Aufgrund einer Neigung zu rascher Körper– und Organverfettung
(verkürzt die Lebenserwartung u.a.), sollten die Cuyes hauptsächlich mit Heu (in beliebiger
Menge!) und Grünfutter (Obst, Gemüse, Wiesengrün) gefüttert werden.
Kraftfutter sollte nur äußerst sparsam dosiert werden!
Zucht:
Ein Riesenmeerschweinchen darf niemals mit normalen Meerschweinchen gekreuzt
werden, da sich die enorme Größe vererbt und bei normalen Säuen lebensgefährliche
Geburtsrisiken (Geburtsstockung, Zerreißungen, Gebärmuttervorfall und Tod), aufgrund des
wesentlich stärkeren Knochenbaus und des größeren Kopfumfangs mit sich bringt!! Ein Cuy-Baby
wiegt, je nach Wurfgröße, bei Geburt 80 - 250 g! Auch wenn der Vater ein normal großes Tier
ist und die Mutter ein Cuy, bergen die Mischlings-Nachkommen die Riesenwuchs-Gene weiter in
sich. Die Folgen sind denkbar schlecht, wenn die Abstammung zunehmend in Vergessenheit gerät,
besonders wenn solche Tiere in die Hände Unwissender geraten! Die Cuy–Zucht ist deshalb nur
für verantwortungsbewusste und erfahrene Züchter geeignet!